Die erste Entscheidung eines Robo-Advisors ist nicht die Anlage, sondern die Einstufung. Bevor ein Algorithmus ein ETF-Set zusammenstellt, muss er wissen, wie viel Schwankung Sie tragen können und wie lange das Kapital angelegt bleibt. Dafür nutzen digitale Vermögensverwalter einen Fragebogen, der in wenigen Minuten eine Vorlage auswählt.

Was der Fragebogen abfragt

Typische Fragen sind Alter, Anlagehorizont, Einkommen, Vermögen, Erfahrungen mit Verlusten und eine Selbsteinschätzung der Risikobereitschaft. Daraus entsteht ein Score, der einer von fünf bis sieben Risikoklassen zugeordnet wird. Jede Klasse steht für eine Aktienquote, etwa 30 %, 50 %, 70 % oder 90 %.

Wie Punkte zu einer Vorlage werden

Die Auswertung folgt meist einer gewichteten Summe: Antworten erhalten Punkte, die Summe wird in eine Klasse eingeordnet, die Klasse referenziert ein vorbereitetes Portfolio. Der Algorithmus entscheidet also nicht frei, sondern wählt aus einer vom Anbieter vorgegebenen Menge. Das macht den Prozess nachvollziehbar – solange die Gewichte und Vorlagen veröffentlicht sind.

Wo die Einstufung unscharf wird

Drei Stellen sind kritisch. Erstens: die Selbsteinschätzung. Wer sich als risikofreudig einschätzt, verhält sich im Absturz oft anders. Zweitens: der Horizont. Ein fester Termin in drei Jahren ist kein Anlagehorizont im Sinne der Modelle. Drittens: die Vorlage selbst. Zwei Anbieter mit identischem Score können unterschiedliche Aktienquoten vergeben, weil ihre Vorlagen unterschiedlich kalibriert sind.

Was Sie prüfen können

Fragen Sie Ihren Anbieter nach der Aktienquote Ihrer Risikoklasse, nach den Fragen, die in den Score eingehen, und nach der Gewichtung. Wer diese drei Werte nennt, macht den Schritt vom Fragebogen zur Anlage nachvollziehbar. Wer sie verschweigt, lässt Sie mit einer Zahl allein.

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