Ein Portfolio, das einmal stimmt, stimmt ein Jahr später selten noch. Aktien legen zu, Anleihen bleiben zurück, die Aktienquote driftet nach oben. Robo-Advisorn greifen hier automatisch ein – das Rebalancing ist einer der zentralen Prozessschritte, der oft unsichtbar bleibt.

Zwei Regeln, ein Ziel

Die meisten Anbieter kombinieren zwei Auslöser. Beim zeitbasierten Rebalancing wird in festen Abständen – etwa quartalsweise oder jährlich – geprüft, ob die Gewichte noch stimmen. Beim schwankungsbasierten Rebalancing wird nur eingegriffen, wenn eine Anlageklasse um mehr als eine festgelegte Schwelle – häufig fünf Prozentpunkte – von der Zielgewichtung abweicht. Beide Regeln sollen verhindern, dass das Risiko des Portfolios unbemerkt steigt.

Was driftende Gewichte anrichten

Ohne Rebalaging würde eine Aktienquote von 60 % nach einem guten Aktienjahr bei 75 % liegen können. Das Portfolio wäre risikoreicher, als der Anlagehorizont eigentlich verlangt. Das Rebalancing bringt die Gewichtung zurück und verkauft damit Gewinner, kauft Schwächere – ein Verhalten, das diszipliniert, aber nicht immer bequem ist.

Was es kostet

Jeder Umschichtung stehen Transaktionskosten gegenüber: Spread, Depotgebühren und bei ausländischen ETFs Quellensteuer. Häufiges Rebalancing erhöht diese Kosten, seltenes lässt das Risiko wandern. Gute Anbieter nennen ihre Schwelle und ihre Frequenz. Wer beide Werte kennt, kann einschätzen, ob die Disziplin ihr Geld wert ist.

Wo Sie nachhaken

Fragen Sie, ob Ihr Anbieter zeit- oder schwankungsbasiert rebalanciert, welche Schwelle gilt und ob Umschichtungen kostenfrei im Preis enthalten sind. Diese drei Antworten trennen ein sauberes Rebalancing von einem, das vor allem Gebühren erzeugt.

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