Die ausgewiesene Gebühr eines Robo-Advisors ist selten die einzige, die anfällt. Wer nur auf die Management Fee schaut, übersieht Spread, ETF-Gesamtkosten und Depotführung – Posten, die im Zeitverlauf deutlich ins Gewicht fallen.

Die Schichten der Kosten

Die erste Schicht ist die Management Fee des Anbieters, häufig zwischen 0,4 % und 0,9 % pro Jahr. Die zweite Schicht sind die Gesamtkosten der genutzten ETFs, die TER, meist 0,15 % bis 0,4 %. Die dritte Schicht ist der Spread beim Kauf und Verkauf, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Hinzu kommen Depotführung und, bei ausländischen ETFs, Quellensteuer.

Wie sich die Posten summieren

Ein Portfolio mit 0,6 % Management Fee, 0,25 % ETF-Ter und 0,1 % Spread belastet im ersten Jahr rund 0,95 %. Über zwanzig Jahre sind das fast ein Fünftel des eingesetzten Kapitals – bevor überhaupt eine Rendite anfällt. Wer die Schichten einzeln sieht, kann vergleichen. Wer nur eine Gesamtnummer sieht, kann es nicht.

Worauf Sie achten können

Drei Angaben trennen transparente Anbieter von weniger transparenten: die Management Fee als Zahl, die durchschnittliche TER der genutzten ETFs und der Spread bei Kauf und Verkauf. Wer alle drei nennt, macht die Kostenstruktur nachvollziehbar. Wer nur eine Pauschale nennt, lässt Sie raten.

Kosten sind kein Schicksal

Robo-Advisorn rechtfertigen ihre Gebühr mit Automatisierung, Steuerterichen und niedrigen Einstiegssummen. Ob das für Sie gilt, hängt vom Anlagebetrag und dem Horizont ab. Bei kleinen Summen und kurzen Horizonten übersteigt die Gebühr oft den Nutzen der Automatisierung.

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